Transit F5


In den Jahren von 1951 bis 1973 war die Transitstrecke Hamburg – Berlin eine Landstraße, die F5, die durch Dörfer und Städte der DDR führte. Die glänzenden Westautos, die Tag und Nacht durch die engen Straßen fuhren und nicht anhalten durften, gehörten zum Leben. Die Lehrer mahnten: Nicht betteln und winken an der F5. Für die Transit-Reisenden waren unsere Orte graue Kulissen. Für uns war diese Szenerie das lebendige Werbefernsehen: der Sarottimoor, gutfriesierte Damenköpfe, Geschäftsmänner mit Krawatten. Ab und zu warfen die Transitreisenden Schokolade aus dem Auto. Manchmal, heimlich, hoben wir so ein Silberpapierknäuel auf steckten uns die Schokoladenstückchen in den Mund.
Installation: Leuchtpult: dokumentarische Fotos. Monitor bzw. Projektion mit Schwarzweiss Videoarbeit: F5 (Link zum Video), Fotoarbeit, 100×140 cm: „Teddy“, Sarotti-Mohr (Werbefigur), Landkarte Transitstraße, Videorahmen mit Werbespots (Sarotti).

Gezeigt: „Transt“ Pasinger Fabrik, 2009, Wegemuseum Wusterhausen, 2011.

 



Loading